Wer wir sind

Wer wir sind - Prägung / Profil

  1. Unsere Arbeitsweise und unsere Struktur
  2. Unser Gemeindeverband und unsere Prägung
  3. Unser Verhältnis zu anderen Kirchen und Gemeinden
  4. Bewegungen, die uns nahe stehen
  5. Bekenntnisse

 

A. Unsere Arbeitsweise und unsere Struktur

I. Unsere Arbeitsweise

Für die Lebensgestaltung jedes einzelnen Gemeindemitgliedes und die Organisation unseres Gemeindelebens wollen wir die fünf Aufträge Gottes für die Gemeinde vor Augen haben (vgl. WARREN, R., Kirche mit Vision, Asslar 1998, S. 101-107):

  1. Anbetung
    Wir wollen Gott als oberste und absolute Autorität in unserem Leben anerkennen, unsere Knie vor ihm beugen – so der Wortsinn von "Anbetung" in der neutestamentlichen Ursprache. Wir wollen dieser Entscheidung allgemein mit unserm ganzen Leben Ausdruck geben und speziell in unseren Gottesdiensten uns in Anbetungszeiten immer wieder daran erinnern.

  2. Jüngerschaft
    Jesus berief Jünger. In Antiochien wurden einige Jahre später die Jünger zuerst Christen genannt. Während "Christsein" eher einen Status beschreibt, erinnert das Wort "Jünger" daran, dass Christsein vor allem etwas dynamisches, unabgeschlossenes ist: ein Weg, ein Prozess. Schon im Frühjudentum hatte der Jünger das Ziel, wie sein Rabbi zu werden. Wir verfolgen als Einzelpersonen und als Gemeinde das Ziel, Christus immer ähnlicher zu werden. Dies geschieht nicht in erster Linie durch Imitation (Nachahmung), sondern durch Inkarnation (Fleischwerdung bzw. Wiedergeburt): Wir laden Christus ein, in unser Leben zu kommen und immer mehr Raum einzunehmen. Aus einer engen Verbundenheit mit Christus erwächst auch die Ähnlichkeit mit ihm.

  3. Gemeinschaft
    Wir wollen einander in unserem Glauben und unserer Christusnachfolge begleiten. Dies setzen wir vor allem in unseren Kleingruppen um, die sich in der Regel wöchentlich zu Hause bei einem Gemeindeglied treffen.

  4. Dienst
    Jedem Gläubigen sind von Gott Gaben anvertraut. Diese Gaben sind ihm für das Gemeinwohl gegeben. Zunächst für die Gemeinde, aber auch darüber hinaus. Wir wollen eine Gemeinschaft sein, in der wir einander dienen und auch den Menschen, dem Gemeinwesen, das uns umgibt. Jedes Mitglied unserer Gemeinde sollte in einem Arbeitsbereich der Gemeinde mitarbeiten. Wir führen regelmäßig Schulungen durch, die dem einzelnen helfen sollen, seinen Platz in der Gemeinde zu finden.

  5. Mission
    Mission verstehen wir hier als Dienst an der verlorenen Welt: Wir wollen uns als einzelne Menschen und als Gemeinde insgesamt von Gott gebrauchen lassen. Wir verfolgen das Ziel, dass die Glieder unserer Gemeinde immer klarer ihren Lebensauftrag (ihre Berufung, ihre Mission) erkennen und ausleben. Wir wollen in unserer zunehmend entkirchlichten Gesellschaft unsere Mitmenschen neu zum Glauben an Jesus Christus einladen.

    Darüber hinaus unterstützt die Andreas-Gemeinde schwerpunktmäßig zwei diakonisch-missionarische Werke:

Für unsere Gemeindearbeit haben wir weiterhin einen Leitsatz formuliert:

"Wir wollen Menschen, die fern sind von Gott, zu hingegebenen Nachfolgern Jesu Christi machen."

II. Unsere Struktur

Die Andreas-Gemeinde Chr. Gemeinschaft Osnabrück hat als Rechtsform den eingetragenen Verein, der als gemeinnützig anerkannt und unter der Nummer 1441 beim Amtsgericht Osnabrück eingetragen ist.

Die Andreas-Gemeinde hat zwei Leitungsgremien, die Gemeindeleitung und den Gemeindevorstand. Beide Gremien arbeiten natürlich eng zusammen. Während die Gemeindeleitung eher für Inhaltliches und für die Gestaltung des Gemeindelebens zuständig ist, verwaltet der Vorstand die Finanzen und das Eigentum der Gemeinde. Nach außen – rechtlich, gegenüber den Behörden – verantwortet der Vorstand die Gemeindearbeit, nach innen – gegenüber den Mitgliedern und Mitarbeitern – verantwortet die Gemeindeleitung die Gemeindearbeit.

 

B. Unser Gemeindeverband und unsere Prägung

Die Andreas-Gemeinde Christliche Gemeinschaft Osnabrück e.V. gehört zum Mülheimer Verband freikirchlich evangelischer Gemeinden.

Zur Zeit gehören in insgesamt 60 Gemeinden etwa 3.500 Mitglieder und weitere 6.000 Freunde und Kinder zu diesem Gemeindeverband. Auf das Ruhrgebiet, Baden-Württemberg und Berlin entfällt die Mehrzahl unserer Ortsgemeinden. Ostdeutschland (abgesehen von Berlin) und Bayern sind weitgehend weiße Flecken auf der Karte unseres Gemeindeverbandes. In den letzten Jahren verzeichnet unsere Freikirche erfreulicherweise ein deutliches Wachstum.

Das Selbstverständnis unseres Gemeindeverbandes charakterisiert unsere Prägung folgendermaßen:

"Der Mülheimer Verband ist eine evangelische Freikirche in Deutschland auf der Grundlage einer evangelikal - charismatischen Frömmigkeit bzw. Theologie ..."

Damit positionieren wir uns im Bereich der evangelikalen und charismatischen Bewegungen und Kirchen (siehe unten C. Bewegungen, die uns nahe stehen und D. Bekenntnisse.

Diese Sätze spiegeln sich auch im Gemeindeleben der Andreas-Gemeinde wieder. Einerseits wollen wir "Bibel-Gemeinde" sein, d.h. die Bibel lesen, sie kennen, als historische Quelle ernst nehmen und als Gottes Offenbarung für all unsere Lebensbereiche zu Wort kommen lassen. Andererseits sind wir "Geist-Gemeinde", d.h. wir betonen in der Tradition der Pfingstbewegung die fundamentale Bedeutung des Heiligen Geistes für die christliche Gemeinde: Wir glauben, dass der Heilige Geist heute wie vor 2000 Jahren Gaben der Heilung, der Sprachenrede und Prophetie für das Gemeindeleben gibt. Im Unterschied zur klassischen Pfingstbewegung betonen wir diese eher spektakulären Gaben nicht so stark und nehmen auch weniger spektakuläre Talente wie Organisation, Redegabe, einen Sinn fürs Praktische und Schöne als wertvolle Gaben wahr, die der Heilige Geist in gleicher Weise erfüllen und zum Bau seiner Gemeinde einsetzen will.

Der Mülheimer Verband war die erste Struktur, die sich die Pfingstbewegung in Deutschland vor knapp 100 Jahren gab. In diesem Sinne sind wir tatsächlich die "Ur-Pfingstler", wie manche sagen. Als Namensgeber stand eine Erweckungsbewegung in Mülheim an der Ruhr im Jahre 1905 Pate; ferner die in den Folgejahren durchgeführten "Mülheimer Konferenzen".

Nachdem sich der Mülheimer Verband ursprünglich als Gemeinschaftsverband unter dem Dach der evangelischen Landeskirchen konstituierte, hat sich unsere Bewegung in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher als Freikirche profiliert und somit den "Exodus" aus der volkskirchlichen Struktur vollzogen.

 

C. Unser Verhältnis zu anderen Kirchen und Gemeinden.

Der Mülheimer Verband ist Mitglied in der Vereinigung evangelischer Freikirchen in Deutschland (VEF) und ebenso in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK). Weiterhin sind wir im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) vertreten und im Kreis charismatischer Leiter (KCL).

Die Andreas-Gemeinde ist Mitglied der Evangelischen Allianz Osnabrück (EAO) und Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Osnabrück (ACKOS).

 

D. Bewegungen, die uns nahe stehen

Aufgrund unserer Geschichte stehen uns die evangelikale und die charismatische Bewegung nahe. Beide Bewegungen haben teils eigenständige Kirchen hervorgebracht, teils sind sie als Bewegung in den bestehenden Freikirchen und Volkskirchen repräsentiert.

Etwa in den letzten 10-15 Jahren haben zwei US-amerikanische Gemeinden baptistischer Konfession durch ihre Leiter und ihr Schulungsmaterial großen Einfluss entwickelt und auch im deutschsprachigen Raum durch Konferenzen und Literatur als Modellgemeinden Schule gemacht:

Die Willow Creek Community Church in der Nähe von Chicago.
Die Saddleback Valley Community Church südlich von Los Angeles.

Die Bücher ihrer Gründungspastoren und das Schulungsmaterial, das aus diesen Gemeinden hervorgegangen ist, sind auch in der Andreas-Gemeinde Standardwerke.

 

E. Bekenntnisse

Mit allen christlichen Kirchen bekräftigen wir die drei zentralen altkirchlichen Glaubensbekenntnisse (Apostolicum, Nicaeno-Constantinopolitanum und Athanasianum), wobei sie im Gemeindeleben oder im Gottesdienst keine bedeutende Rolle spielen. Zum Wortlaut und zu weiteren Bekenntnisfragen vgl. KRUST, C.,Was wir glauben, lehren und bekennen, Nürnberg 1963.).

Eine wichtige theologische Basis darüber hinaus ist für uns das Bekenntnis der Evangelischen Allianz von 1907:

"Evangelikale Christen bekennen sich zu der in den Schriften des Alten und Neuen Testamentes gegebenen Offenbarung des Dreieinigen Gottes und zu dem im Evangelium niedergelegten geschichtlichen Glauben. Sie heben im folgenden Lehrsätze hervor, die sie als grundlegend für das Verständnis des Glaubens ansehen und die gegenseitige Liebe, praktischen Dienst der Christen und evangelistischen Einsatz bewirken sollen.

  1. Die Allmacht und Gnade Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes in Schöpfung, Erhaltung (der Welt), Offenbarung, Erlösung und dem letzten Gericht.
  2. Die göttliche Inspiration der Heiligen Schrift und demzufolge ihre völlige Zuverlässigkeit und höchste Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung.
  3. Die völlige Sündhaftigkeit und Schuld des gefallenen Menschen, die ihn Gottes Zorn und Verdammnis aussetzen.
  4. Das stellvertretende Opfer des menschgewordenen Gottessohnes als der einzigen und allgenugsamen Grundlage der Erlösung von der Schuld und Macht der Sünde und ihren ewigen Folgen.
  5. Die Rechtfertigung des Sünders allein durch die Gnade Gottes aufgrund des Glaubens an Christus, der gekreuzigt wurde und von den Toten auferstanden ist.
  6. Das Werk des Heiligen Geistes in der Erleuchtung, der Wiedergeburt, der Innewohnung und Heiligung.
  7. Das Priestertum aller Gläubigen, die die weltweite Gemeinde bilden, den Leib, dessen Haupt Christus ist, und die durch seinen Befehl zur Verkündigung des Evangeliums in aller Welt verpflichtet ist.
  8. Die Erwartung der persönlichen, sichtbaren Wiederkunft des Herrn Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit.

Nach: LAUBACH, F., Aufbruch der Evangelikalen, Wuppertal 1972, S. 101.

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